Braun-gelbe Blätter

Rutschige Blätter liegen auf dem Boden. Sie sehen harmlos aus, wie sie da liegen, und in ihren neuen Farben strahlen. Fast schon sagen sie: „Schau, schau wie schön ich bin! Ich bin nicht mehr grün, wie alle anderen, ich bin jetzt gefärbt in meinem ganz eigenen Gelbton.“ 

Aber sie liegen dort auf dem Boden, weil der Baum sie nicht mehr halten kann, weil sie ihm zu viele sind, weil er Energie sparen muss, weil es kalt wird, weil es eisig wird, weil es Winter wird. Blumen wird es nicht mehr geben und auch das im Boden verwurzelte grüne Gras wird dann eingehüllt sein vom Raureif, sich nicht bewegen können, eingesperrt im Eis. Aber es doch wird da sein und den Weg mit seinem eisig schimmernden Grün säumen.

Malersmann

Mit großen Augen schau ich Ihn an
Meinen lieben Malersmann
Mit seinem Hemd von Farben bedeckt
Und dem Pinsel zum Gemälde gestreckt
Erklärt er mir was hinter der Kunst wirklich steckt
“Es kommt nicht drauf an wie man beginnt,
sondern welchen Lauf es beim Malen nimmt”
So greift er nach meiner Hand
Und zusammen pinseln wir auf die Leinwand
Während die Zeit so vergeht
Und ein wunderschönes Kunstwerk entsteht
Bewundere ich meinen lieben Malersmann
Der mich jedes Mal doch so verzaubern kann

Dieses Bild haben mein Opa und ich zusammen gemalt. Meinem Opa widme ich auch dieses Gedicht. Er ist mein lieber Malersmann 🙂

Spätsommer

Sonnenschein den ganzen Tag
blauer Himmel mit weißen Tupfen
noch ein letztes Mal zum See
und ins kühle Wasser springen

das Gefühl schon ganz anders
verdrängen und weiter genießen
nicht wissen dass es zu Ende geht
für immer so leben

die Tage werden schon kürzer
der Stress fängt wieder an
die Gelassenheit schwindet
aber entspannt sind wir noch lang

unausgesprochene Worte
die man gar nicht sagen muss
während der rote Himmel
sich verabschiedet, wie gemalt

gehst du schon?
dann nimm mich mit
zum warmen Sand
und lass ihn niemals enden

Text entstanden September 2020

Kopfgefühle

Ach hört doch auf!
Schrei ich ganz laut
Doch sie kämpfen weiter
Denn keiner von beiden will scheitern
Das Herz das sich nach Liebe sehnt
Und der Kopf der nur die Tatsachen versteht
Inmitten des Kampfes steh ich
Doch mich für eine Seite zu entscheiden das kann ich nicht
So scheint es mal dem einen und mal dem anderen zu gelingen
Das Gefecht zu gewinnen
Doch beide sind zu stark
Dass keiner von beiden den Sieg davon tragen kann
So verbünden sie sich
Gegen mich


lila Licht

Dein nebliger Blick-
Durch das lila Licht der Liebe-
Durch den Seidenvorhang, der vor deinen Augen hängt.
Und du sieht mich an. 
Kommst ganz nah ran. 
Aber mein Blick ist klar, scharf gestochen. 
Ich seh was ist, habs gleich gerochen.
Dieser weichgezeichnete Blick, diese sanfte Berührung, 
dieses Trunken sein von Liebe und dem reinen Schein
Der Blick vertuscht die Ecke und Kanten
Die alle von Anfang an erkannten
Doch dein Blick ist weich
Du siehst nur mich
Die Knie werden weich, du sackst weg
Die Augen offen, der Blick ganz leer
Die Überdosis, an Gefühl, an Explosion und Taubheit.
Die Überdosis am Leben, die Augen matt und stumm. 
... denn alles geht mal rum

Magie

Wie erklärt man den Sinn des Lebens?

Na ja, wahrscheinlich vergebens

Weil du das Feuer schon entfachst

Bevor du ihn überhaupt gefunden hast

Wie erklärt man, warum man das hier tut?

Na ja, wahrscheinlich genervt und voller Wut

Weil es die wenigsten versteh’n

Ohne den gleichen Weg zu geh’n

Deswegen sage ich einfach, es sei Magie

Denn sonst versteh’n sie es ja nie

Aber „Magie“, sie kennen dieses Wort

Es beschreibt eine ferne Zeit an einem fernen Ort

Wo man nicht erklären muss oder versteh’n

Wo es in Ordnung ist, mit dem Herzen zu seh’n

Und so kritzle ich auf Blatt Papier um Blatt Papier

Denn diese Magie trage ich in mir

Vielleicht verstehe ich es selbst nicht richtig

Aber in dieser Welt ist das nicht wichtig

Hier muss ich nicht lachen, weinen oder schrei’n

Hier kann ich einfach ich selber sein

black leather

rau, kalt, hart und ungebändigt
schlug mir der Wind ins Gesicht
lang, intensiv, wahr und trügerisch
war der Moment in dem sich unsere Blicke trafen
Whisky, Rauch, Schweiß und Benzin
hingen in der Luft als ich dich sah
kippte den Inhalt in meinem Glas runter
während du auf mich zugingst
strahlend helles blau leerer Versprechen
sah ich in deinen Augen
glatt wie Motoröl und Lack
klang deine Stimme über die dröhnende Musik
dein ungebändigtes Haar passte zu dir
fiel mir auf als du deinen Kopf geneigt hast
und dein Lächeln mich verführte
schwarzes Leder betäubte meine Sinne
als ich mich auf dich einließ
Text entstanden September 2020

Er

Er sagte mir, dass er mich braucht

So voller tiefer Liebe

Sodass ich das, was hinter mir qualmt und raucht

Gelassen in die Ecke schiebe

Er umarmte mich und hielt mich fest

Und ich war den Tränen nah

Weil er nicht so war wie der ganze Rest

So dachte ich, als ich ihm in die Augen sah

Sie leuchteten wie Himmelssterne

Und löschten bald mein Höllenfeuer

Denn der Rauch verschwand in der Ferne

Na ja, war ja eh alles nicht so teuer

Und so versank ich in seinen Armen und dachte nach

Denn obwohl er Herz und Seele stahl

Gab es etwas, das mich zerbrach

Er war nicht real

Und so bin ich aufgeschreckt und hinter zur Asche gerannt

Habe im Grau gewühlt, doch es war alles schon verbrannt

Reflexion

sieh mich an
und merk es dir
merk dir alles ganz genau
wie meine Augen sie spiegeln
die Sehnsucht
die Entschlossenheit
bemerkst du die Falten
vom Lachen
ich liebe dein Lächeln
denn es ist immer echt
siehst du was ich sehe
oder nimmst du's ganz anders wahr?
das Spiegelbild vor mir
ist einen Blick wert
all die Sachen zu sehen
all die Momente zu leben
die mich gemacht haben
berühre die glasklare Wand
und sie lächelt zurück
entstanden September 2020