lass mich.

Der Lärm, der mich umgibt
Frisst sich seinen Weg durch mein Herz
Schreit und weint
Hält mich fest in seiner Faust
Lässt mich nicht atmen
Gibt mich nicht frei
Ich will nur frischen Wind in meiner Lunge
Stattdessen flutet mich Nikotin
Ich will nur Klarheit in meinem Kopf
Stattdessen raubt Ethanol mir alle Sinne
Lass mich atmen, gib mich frei
Doch ich hör nur Lärm
Lärm in meinem Herz

Energie

Die Energie in meiner Brust
Die ist nicht ganz normal
Die wütet da so innen drin
Mal ist sie still, mal bricht sie aus
Dann kommt ein Schrei
Nicht kontrolliert
Zwei Tränen fließen da herab
Die bahnen sich den Weg
Den Weg in meine Seele
Den findest du bestimmt
Keine Wand ist da als Hindernis
Aus Rosen läufst du dort
Schau, dort schießt Blitz und dort dröhnt Donner
Und Regen fällt in mir
Die Tränen sind nun längst versiegt
Die Energie ist leer
Schlaf füllt mich auf, das leere Ding
Die Hülle liegt nur rum
Doch warte nicht zu lang auf mich
Du stirbst noch
Doch nur von meiner Hand.

Silbertablett

Wenn du redest, bin ich leise,
deine Worte machen stumm.
Lassen mein Wissen schnell verblassen,
machen mich so schrecklich dumm.


Servierst Gedanken wie auf Silber,
Doch drauf gekommen wär ich nie.
Will dich finden, will dich fassen,
Doch du bist weg, so irgendwie.

wenn du dich mal einsam fühlst, nimm papier und stift zu hand. deine gedanken werden dich leiten, auch beim starren auf eine graue wand.

Vorhang aus Zuckerwatte

In meinem Kopf ist es leer und dunkel.
Mein Gehirn wohnt in einem Bretterverschlag.
Immer mehr Erinnerungen rieseln durch Spalten meines Verstands.
Sie überschütten mich mit Zweifeln und bedecken mich bald mit einem Gedankenteppich.
Verunsichtert suche ich nach einem Ausweg aus mir selbst.
Hämmere gegen knöcherne Wände aus Glauben.
Stoße mich am harten Boden der Überzeugungen.
Frage mich, wer ich bin und wohin ich gehöre.
Erkenne meine Fehler und Schwächen, nichts anderes.

Und je mehr ich nachdenke, desto mehr verschwindet die Realität hinter einem Vorhang aus Zuckerwatte

Wie erklärt man jemandem?

Wie erklärt man jemandem, was wir tief in unserer Seele fühlen, was die Gründe für unsere Tränen sind, für den Schmerz in unserer Brust?

Wie erklärt man jemandem, dass wir Tage haben, an denen wir alle Gefühlsregungen auf einmal und Tage, an denen wir nichts außer Leere fühlen?

Wie erklärt man jemandem, dass wir so gern in den Arm genommen werden wollen und gleichzeitig auch unseren Abstand brauchen?

Wie erklärt man jemandem, dass wir so oft tief aus dem Herzen lachen und wir, wenn dieser Moment vergeht, eine dumpfe Traurigkeit in uns wahrnehmen, die uns vor Augen führt, dass wir noch lange nicht glücklich sind?

Wie erklärt man jemandem, dass die Gefühle, die wir in uns verspüren, uns in der Mitte entzwei teilen? Uns zu dem einen und zu dem anderen Menschen machen?

Wie erklärt man das?

Zeilen

Ich stehe immer wieder staunend vor deinen Zeilen
verliere mich immer wieder in deinen Worten
Woher nimmst du nur diese unbändige Kraft, deine Gefühle auf Papier zu bannen?

Jedes Wort von dir hat seine eigene Melodie
deine Sätze singen sie mir vor
ich summe leise mit, in meinem Kopf
tobt ein Sturm von Tönen

Ich sitze vor einem Scherbenhaufen von unausgesprochenen Geschichten
schneide mich an verdrängten Erinnerungen
bunt spiegelt sich die Zeit in jedem einzelnen verlorenen Gedanken

Ich würd dir so gern all die Worte zurückgeben
die salzige Spur auf meiner Wange und
das breite Lächeln von Ohr zu Ohr
all diese Emotionen, die deine Worte brauchen, um das Licht der Welt zu erblicken.

du bringst sie heraus in aller Schönheit
selbst die kleinen Falten auf meiner Stirn
wenn ich über die Tinte auf deinen Fingern nachdenke
mich frage, wie du es schaffst,
dass ich immer wieder staunend vor deinen Zeilen stehe

Wolken aus Glas

Schau sie dir an, die Wolken aus Glas.
Schau, wie sie über dir vorbeiziehen.
Schau, wie sie sich Sekunde um Sekunde verändern

so bunt, so frei
weiß, gelb, orange, rot, lila
im Licht der untergehenden Sonne
sie ziehen um die Welt
zeigen sich in anderen Formen

und wir beide sitzen hier mit unserem Glas Wein in der Hand
versuchen zu verstehen, wie die Wolken funktionieren
diese Zuckerwatte am Himmel
diese Engelsbetten

sie ziehen dort oben am Himmel
so unerreichbar schön
sie ziehen dort zum Horizont
und spiegeln sich in unseren Gläsern voll Wein

wir sitzen hier unten und schauen ihnen zu
beim Ziehen und Anders-formen
beim Spiegeln in Weingläsern
diese Wolken aus Glas