hände

tippen auf der tastatur
schnell und ruhig langsam und unkontrolliert
viele kleine buchstaben
können sie den sturm in meinem kopf zu worten formen?
flüchtig tippen sie
meine hände
in der hoffnung
auf etwas zu stoßen
ganz zufällig
etwas zu finden
doch sind es nur viele kleine buchstaben
wie können sie nur begreifen
was ich denke?
was ich fühle?
und so tippe und träume ich immer weiter
und niemals höre ich auf
zu dichten

Shades of Blue

The ocean -
The nightly sky
Fishes in the endless depth of the sea
The shimmering wings of a bee
Flowers on green grass
And butterflies dancing in our vital gas
Berries on a shadowy weed,
Blood, before you bleed;
Your uncle’s new tweed.
The tears you shed
On the fresh sheets of your bed
The flame on your stove,
Dreaming of my favourite cove
Small diamonds dropping out of a cloud
And our feelings 
That we enshroud.
Der Titel des Albums ist ‘Shades of Blue’ und hat mich mit diesem wunderbaren Song zu dem oben stehenden Text inspiriert. Er kann zusammen mit der Musik etwas langsamer gelesen und genossen werden.

Gedankenfabrik

Tüfteln Tuckern Tackern
Wagen rütteln und rattern
Die Fabrik dampft,
die Gedanken rollen
In schweren Zügen aus dem Stollen
Glitzern in teurem Silber und Gold
Dies begeistert auch den Höhlenkobold
Er schleicht um die ruckelnde Lore
Und sieht, dass sie mit etwas anderem gefüllt ist als der üblichen Kohle
Schnappt sich das edle Gut
Und stopft es in den filzenen Hut
Rennt hinaus aus dem Stollen
Ins Mondlicht der jungen Nacht
Da kommen die Gedankenwärter aus dem Stein gequollen
Und man hört nur noch wie es seltsam kracht
Die Gedanken fliegen frei gen’ Himmel
Richtung der lilanen Wolken
Sammeln sich bei ihnen
Geballt zusammen, stark und elektriziert
Der Hase auf dem Feld hört das Donnergrollen
Der Himmel bricht
Die ganze Welt ist jetzt infiziert
Mit dem funkelnden Gedankentau

Definition eines Gedichts

Was ist ein Gedicht?
Vers hinter Vers
eine Zeile nach der Nächsten
Wörter die im Kopf herumwirbeln
alles verknoten
ein roter Faden, der alles miteinander verstrickt
ein Mittel zur Kommunikation
mit sich selbst
ein Frühjahrsputz für die dunkle Ecke in meinem Hirn
ein Gefühl hier, ein Gefühl da
fang sie ein und verwandle sie
in Worte, Sätze, Ausdrücke
in Farbkleckse und schmier sie auf ne Leinwand
so wies mir grade lieb ist
ein Hilferuf, ein Angstschrei
ein Feuerwerk, ein Funkensprühen
schwarz auf weiß
und doch so knallbunt
wunderschön wie mein Gedanke
den ich gar nicht zu Ende denken konnte
weil ich in Ideen versinke
ein Ventil für alles was zu viel ist
und alles was noch kommt
schreibs schnell auf sonst vergisst dus noch
rauf aufs Papier
schön verpackt mit Schleife obendrauf
und fertig
Gedanken übers Schreiben, Text entstanden August 2020

Zeilen

Ich stehe immer wieder staunend vor deinen Zeilen
verliere mich immer wieder in deinen Worten
Woher nimmst du nur diese unbändige Kraft, deine Gefühle auf Papier zu bannen?

Jedes Wort von dir hat seine eigene Melodie
deine Sätze singen sie mir vor
ich summe leise mit, in meinem Kopf
tobt ein Sturm von Tönen

Ich sitze vor einem Scherbenhaufen von unausgesprochenen Geschichten
schneide mich an verdrängten Erinnerungen
bunt spiegelt sich die Zeit in jedem einzelnen verlorenen Gedanken

Ich würd dir so gern all die Worte zurückgeben
die salzige Spur auf meiner Wange und
das breite Lächeln von Ohr zu Ohr
all diese Emotionen, die deine Worte brauchen, um das Licht der Welt zu erblicken.

du bringst sie heraus in aller Schönheit
selbst die kleinen Falten auf meiner Stirn
wenn ich über die Tinte auf deinen Fingern nachdenke
mich frage, wie du es schaffst,
dass ich immer wieder staunend vor deinen Zeilen stehe

Gedichte an niemand

Du, an den ich immer schreib
Meine Liebesbriefe und mein Leid
Meine Witze und meine Trauer
Und manchmal bin ich sogar sauer

Du nimmst alles hin und sagst nie ein Wort
Ich weiß schon, meine Gedanken sind manchmal kein schöner Ort
Aber du bist da, und nimmst sie hin
All meine Worte, mit mehr oder weniger Sinn

Stärke

Nicht so wie in Brot
Nicht das, was in der Kartoffel beim Experiment blau wird
Nicht das mit dem ich mich hochdrücke
Nicht das was meine Füße in den Boden stemmt
Nicht das, wofür man ins Fitnessstudio geht
Es ist das, was dir plötzlich dein Gefühl sagt
Das, was Untrainierte rennen lässt
Das, was dich aufrecht gehen lässt
Das, wegen dem du aufstehst, jeden Morgen
Denn was bringen dir all die Muskeln und die Worte, wenn du keine Stärke hast?
Und vielleicht ist es ja doch wie im Brot, denn wenn das Leben wie ein Ofen ist, die absolute Hölle, 
Auf einmal geht man auf

wirr

Manchmal will man einfach etwas komplett wirres schreiben
Weil man nur wirres denkt
Auf der wirren geraden Autobahn ohne Tempolimit
Richtung Horizont
Der Horizont der nie aufhört
Denn es gibt immer einen Horizont 
Man kann immer weiter rennen,
Bis ins unendliche
Eine Gerade, ins endlose
Wie wirr
Dieser Text ist am Abend im Auto entstanden.