Linie 7

Komm, wir nehmen Linie 7
dann kann ich dich noch länger lieben
will raus aus der dreckigen Halle hier
und schnell mit nach Hause zu dir
meine Haare fliegen wild durch die Gegend
und der Boden fängt an zu beben
doch du bleibst ganz still stehen
siehst mich so an doch wir müssen jetzt gehen
will einen Sitzplatz also schnell rein
hast deinen Arm ganz eng neben meinem
lässt meinen Blick einfach nicht los
alles voll, ziehst mich auf deinen Schoß
deine Augen grün-grau
dein Blick auf meinem egal wie lang ich schau
hören das hässliche Quietschen der Bahn
kommen zum stehen nach so kurzer Fahrt
nimmst meine Hand und ziehst mich raus
die Treppen hoch, Herz an, Kopf aus
5 Uhr morgens, die Sonne geht auf
du bist so schön in goldenes Licht getaucht
will für immer so bleiben mit dir
sogar wie an einem dreckigen U-Bahnsteig hier

Text spontan bei einem Poesietreff entstanden, Oktober 2020

O sole mio

liebst du
das leben
sonnst dich
im Licht
so nimm meine Hand
fürchte dich nicht
vermisst du‘s nicht auch
genauso wie ich
liegen in der Sonne
Wasser vom See 
im Gesicht
oh meine Liebe 
mein Leben
allein will ich nicht sein
so nimm meine Hand
stoß an in der Nacht
mit ´nem schönen Glas
Wein
Bild aufgenommen im Klenzepark, August 2020, Text entstanden Dezember 2020

lila Licht

Dein nebliger Blick-
Durch das lila Licht der Liebe-
Durch den Seidenvorhang, der vor deinen Augen hängt.
Und du sieht mich an. 
Kommst ganz nah ran. 
Aber mein Blick ist klar, scharf gestochen. 
Ich seh was ist, habs gleich gerochen.
Dieser weichgezeichnete Blick, diese sanfte Berührung, 
dieses Trunken sein von Liebe und dem reinen Schein
Der Blick vertuscht die Ecke und Kanten
Die alle von Anfang an erkannten
Doch dein Blick ist weich
Du siehst nur mich
Die Knie werden weich, du sackst weg
Die Augen offen, der Blick ganz leer
Die Überdosis, an Gefühl, an Explosion und Taubheit.
Die Überdosis am Leben, die Augen matt und stumm. 
... denn alles geht mal rum

black leather

rau, kalt, hart und ungebändigt
schlug mir der Wind ins Gesicht
lang, intensiv, wahr und trügerisch
war der Moment in dem sich unsere Blicke trafen
Whisky, Rauch, Schweiß und Benzin
hingen in der Luft als ich dich sah
kippte den Inhalt in meinem Glas runter
während du auf mich zugingst
strahlend helles blau leerer Versprechen
sah ich in deinen Augen
glatt wie Motoröl und Lack
klang deine Stimme über die dröhnende Musik
dein ungebändigtes Haar passte zu dir
fiel mir auf als du deinen Kopf geneigt hast
und dein Lächeln mich verführte
schwarzes Leder betäubte meine Sinne
als ich mich auf dich einließ
Text entstanden September 2020

Er

Er sagte mir, dass er mich braucht

So voller tiefer Liebe

Sodass ich das, was hinter mir qualmt und raucht

Gelassen in die Ecke schiebe

Er umarmte mich und hielt mich fest

Und ich war den Tränen nah

Weil er nicht so war wie der ganze Rest

So dachte ich, als ich ihm in die Augen sah

Sie leuchteten wie Himmelssterne

Und löschten bald mein Höllenfeuer

Denn der Rauch verschwand in der Ferne

Na ja, war ja eh alles nicht so teuer

Und so versank ich in seinen Armen und dachte nach

Denn obwohl er Herz und Seele stahl

Gab es etwas, das mich zerbrach

Er war nicht real

Und so bin ich aufgeschreckt und hinter zur Asche gerannt

Habe im Grau gewühlt, doch es war alles schon verbrannt

reise

der wind strömt durch meinen körper
und ich löse mich auf
bin in den wolken
sehe einen engel
er lächelt mich an
und schenkt mir einen kuss
ich schaue hinab
in die tiefen deiner seele
sehe den schmerz
sehe die trauer
und ganz vorsichtig
pflanze ich eine zarte blume
sie soll dir kraft geben
und wenn ich nicht bei dir sein kann
wird sie für dich blühen
wird sie dich fliegen lassen
bis du mit den engeln tanzt

Würdest du?

Würdest du mir ein Lächeln schenken, wenn ich sorglos lachen würde?

Würdest du mich bei dir behalten, wäre ich nur keine so große Bürde?

Würdest du meine Hand nehmen, wäre mein Griff nur nicht so fest?

Würdest du mich brauchen, wenn ich nicht so anders wäre als der Rest?

Würdest du mit mir lachen, wenn ich Katzenvideos lustiger fände als schwarzen Humor?

Würdest du bei mir bleiben, kämen weniger seltsame Ereignisse vor?

Würdest du mir zuhören, würde ich seltener meinen Dämon erwähnen?

Würdest du mich ansehen, wenn da öfter mein Lächeln wäre als meine Tränen?

Würdest du, würdest du, würdest du, diese Frage klingt so gehetzt

Deswegen frage ich dich dich lieber: Tust du es jetzt?