Schattenseiten

Ich blicke zurück auf das was war 
Auf Bilder und Worte
In meinem Poesiebuch namens Kopf 
Und manches scheint so dunkel
Dunkel wie eine Gewitterwolke 


Regen der schwer auf mich niederprasselte
Und Sätze die mich niederdrückten
Boden, der es mir erschwerte voranzugehen
Ich kam keinen Schritt vorwärts


Ich klebte an dir
An euch
An mir
Ich klebte an einer veralteten Version von mir
Ich hatte ein Update nötig


Falsche Dinge wurden mir vorgeworfen
Ich wurde vor den Kopf gestoßen
Doch am Ende war ich es selbst, die mich schubsen musste
Um den nächsten Schritt zu gehen


Jetzt liegt das Buch in der Ecke.
Mit den dunklen Kapiteln
Und ich öffne ein Neues
In dem es keine Schattenseiten mehr geben soll

let go

Wie der Wind in wilden Gräsern 
Die sich biegen und wiegen
Und der Wind bläst und pustet den Sand
Vom Meer kommt er, oder  fremde Wüsten
Wellen schlagen 
In meinen Träumen sehe ich die Fische aus dem Wasser springen


Ich stelle mich in den Wind
Er jagt an meinem Gesicht vorbei, durch meine Haare
Ich strecke meine Arme aus
Spüre die Welt
Fühle mich klein

If I was a folkstar

Schreibmaschinen, Jukeboxen, Computer, Autos, Glitzer
Menschen reden um mich
Ich laufe durch die Menge
Ich gehe
Ich fahre
Ich gehe und fahre
Stolziere
Die Musik in meinen Ohren beflügelt mich
(Ich kann das sogar ohne Red Bull!)
Wintersonne scheint
2°
Aber ich freue mich denn in meinem Herz ist Sommer
Alles sprießt
In Farben
In tausend Farben
Und meine Augen leuchten
Wie die eines Kindes an der Eisdiele
Mein Herz fühlt sich gut
So gut
Ich drehe mich
Mein Kleid fliegt
Dabei hab ich kein Kleid an
Ich habe keinen Sommer
Ich habe keinen Urlaub
Ich sitze in diesem Zimmer
Mit Stöpseln im Ohr
Und ich bin so verdammt glücklich
Wie ich Wellen in meinem Ohr empfange
Sonne scheint durchs Fenster
In Gedanken stehe ich schon auf und tanze
Tanze so als ob ichs könnte
In dem Kleid das ich nicht anhabe
Mit dir an meiner Hand
Den es nicht gibt
Und die Sonne scheint in mein Gesicht
Ich lehne mich zurück
Und genieße, was in meinem Kopf ist
Genieße mein Glück
...
«Immer diese scheiß Kopfhörer, nie hörst du mir zu.»
Dieser Text ist während einer Schreibsession mit dem Poesieteam entstanden, ich habe dieses Lied gehört.

Märchen

Das hier ist kein Märchen, das hier ist die wahre Welt

Scheißegal, ob dir das hier so gefällt

Denn es gibt keinen Prinzen, der dich rettet

Keinen Mann, der für deine Liebe sein Leben verwettet

Und niemand wird dir ein Happy End ans Ende deines Lebens schreiben

Kein Brotkrümel wird dich aus dem Wald hinausleiten

Kein Drache wird deinem Prinzen den Weg zu dir versperren

Und kein böser Geist wird in der Dunkelheit an deinen Kleidern zerren

Du wirst niemals eine alte Hexe seh’n

Du wirst niemals nur durch Liebe ein gefährliches Abenteuer übersteh’n

Du lebst niemals mit sieben Zwergen unter einem Dach

Du wirst nicht einfach so durch den Kuss deines Prinzen wach

Denn es gibt keinen Prinzen, der dich rettet

Keinen Diener, der sich für dich im Kerker ankettet

Dein Märchen beginnt und endet nicht einfach so

Du wirst niemals nur durch Atmen froh

Denn kein Rumpelstilzchen wird dir gegen etwas Schmuck die Anleitung zur Freude zeigen

Dein Happy End musst du schon selber schreiben

Heuchlerische Gesichter

Heuchlerische Gesichter
Sie starren dich an
Lächeln
Mit den spitzen Klauen an ihren Händen, mit denen sie sich schon selbst die Haut aufreissen
,Liebe’ keuchen sie
Die leeren Herzen fressen die Luft ihrer Lunge und jeder Atem ist nur ein Husten, jedes Wort nur ein Hauchen
In ihren Adern fließt kein Blut
Nur Leere, die ihren Körper zusammenzieht
,Du sollst mich LIEBEN’ fauchen sie
Ich stolpere zurück
Scharfe Klingen streichen meinen Rücken 
Blut rinnt herab
Verletzt haben sie mich schon
Mit ihrer Wut 
Ihrem Neid
Meine Gleichgültigkeit und ihr Röcheln nach Aufmerksamkeit, hohler Akzeptanz und Anerkennung 
Blind, zu sehen was die wahre Schönheit birgt
Nicht falsche Liebe
Falsches Interesse
Nicht Besitz
Nicht Verlangen
Keine Lügen und Zwänge
Hass lodert auf
Hass auf die leeren Hüllen die mich mit ihrer aufgebrauchten Existenz in den endlosen Sog der Vernichtung treiben
Stehlen meine Energie
Stehlen meinen Willen
Stehlen mein Lebensgefühl, versteckt, tief vergraben in einem Tresor, fest verschlossen
Ich kralle mich daran fest
Krampfhafter Griff an dem was mir am kostbarsten ist
Tränen strömen über meine Wangen
Mein Herz
Selbstsüchtig reissen sie es mir davon
Hinfort! 
Hinfort mein Herz
Hinfort mein Gefühl
...
Ich sacke zusammen
Ein kleiner Haufen
Ein weiterer Haufen ohne Seele
Ohne Blick für das Gefühl
Ohne Gefühl für Leben
Ohne Leben

Ohne Herz

Währenddessen springen sie auf meinem Innersten herum
Teuflisch lachend 
Schadenfroh -
Erfüllt vom absurden Sieg über mich
Meine Schwäche
Mein Lockerer Griff
Aber jetzt nur noch schlapp
So kauere ich hier.

Ohne Herz;

Eine weitere Hülle
Ohne Liebe.

9. Mai

Der Wind 
Es stürmt
Bäume wiegen
Blätter fliegen
Haare wehen
Augen sehen
Mich und Dich

Hand in Hand
Stehen wir am Uferrand

Die Wolken
Sie schweben
Wellen schwappen
Räder klappen
Äste krachen
Und wir lachen

Du und ich
Arm in Arm

...Wir sehen wie die Sonne zieht,
das Gewitter wird stärker...
...wir stehen immer noch da und sehen,
ja, die Welt geht unter.

Herz aus Titan

Tod – wie oft habe ich versucht, dieses Wort zu versteh’n?

Lass mich sterben – wie oft habe ich es in mich hinein geschrien?

Lass mich sterben, lass mich schrei’n

Lass mich tausend Tränen wein’n

Jedes ihrer Worte ließ mich tausend Tode erleben

Doch ich wusste, ich würde ihnen jeden einzelnen zurückgeben

Doch es gibt etwas, das keiner von ihnen weiß

In dem Moment, in dem ich mein Ende sah, gefror mein Herz zu Eis

Ich habe nichts zu verlieren

Ich spüre keine Schmerzen, keine tödlichen Viren

Ich falle, um aufzusteh’n

Ich warte, um weiterzugeh’n

Im Leben darf Risiko nicht fehl’n

Denn ich sterbe, um aufzuersteh’n

„Lass mich sterben!“, schreie ich, denn mit jedem Tod verliere ich eine Schwäche

Und meine neugewonnene Stärke verwende ich, indem ich mich an meinen Mördern räche

Um zu überleben brauche ich keinen Plan

Denn ich bin unsterblich, als wäre ich aus Titan

Doch all das tat ich nur für den, der mich nach oben zog

Auch wenn das Meer, das ich ihm weinte, manchmal tausend Tonnen wog

Er flüsterte, dass ich nicht sterben kann

Und irgendwie schaffte er es, dass ich mich in seiner Nähe immer auf mein Inneres besann

Doch es war nicht sein Wort, das mir wie ein Messer das Herz zerstach

Sein Schweigen war es, das mich letztendlich in tausend Splitter brach

Er wusste nicht, was ich mit seinem Namen verband

Denn das, was er mir gab, zerfiel bald zu Asche und Sand

Aber in dieser Zeit brauche ich Unsterblichkeit

In dieser Zeit muss ich kugelsicher sein

Denn am fernen Horizont färbt sich der Himmel wie Blut dunkelrot

Es gibt nur Freund oder Feind, dazwischen ist der Tod

Das neue und alte Zeitalter setzt außer Kraft jeden Plan

Überleben kann man nur mit einem Herz wie meinem

Mit einem Herz aus Titan