Kuhglocken Meditation

rauf auf den Berg,
runter ins Tal,
immer der Nase nach,
wohin ist mir egal

bildhafte Berge,
malerische Natur,
ganz ohne Stress,
nur ich und du

wir hören die Kuhglocken klingen,
eine Vogelvielfalt singen,
kein Motorgeräusch,
nur der rauschende Bach,
meine Augen sind zu,
meine Sinne sind wach

die Sonne, angenehm wie eine warme Decke,
ein sanfter Wind kühlt meine Haut,
die Zeit scheint still zu stehen,
ein Moment wie dieser sollte nie vergehen

meine Gedanken wandern,
mein Körper ruht,
wir sind hier zusammen,
und alles ist gut! 

Gedankenfabrik

Tüfteln Tuckern Tackern
Wagen rütteln und rattern
Die Fabrik dampft,
die Gedanken rollen
In schweren Zügen aus dem Stollen
Glitzern in teurem Silber und Gold
Dies begeistert auch den Höhlenkobold
Er schleicht um die ruckelnde Lore
Und sieht, dass sie mit etwas anderem gefüllt ist als der üblichen Kohle
Schnappt sich das edle Gut
Und stopft es in den filzenen Hut
Rennt hinaus aus dem Stollen
Ins Mondlicht der jungen Nacht
Da kommen die Gedankenwärter aus dem Stein gequollen
Und man hört nur noch wie es seltsam kracht
Die Gedanken fliegen frei gen’ Himmel
Richtung der lilanen Wolken
Sammeln sich bei ihnen
Geballt zusammen, stark und elektriziert
Der Hase auf dem Feld hört das Donnergrollen
Der Himmel bricht
Die ganze Welt ist jetzt infiziert
Mit dem funkelnden Gedankentau

la ville rose

réveiller et regarder un lever de soleil
il est encore tôt
nous allons à la centre-ville
on commande un café
et regarde les gens
lentement les maisons rouges sont baignées de lumière
nous ne sommes pas loin de la grande place devant la mairie
mais nous voulons découvrir les petites ruelles
et trouver les magasins que personne ne connaît
l'odeur des fleurs et toutes les violettes
seulement quelques personnes ici, pas trop
tellement parfait
on s'assied devant la fontaine
et regarde la ville rose
Text über die südfranzösische Stadt Toulouse, entstanden Juli 2020

Sonnenaufgang

Alles ruhig
das ein oder andere Auto das vorbeifährt
ist für mich geräuschlos

Eine Art Friede
der über den Dächern liegt
gibt ein Gefühl von Besonnenheit und Glück

Ich brauche keine Musik
die in meinen Ohren dröhnt
ich möchte die Stille hören

Ich spüre den leichten Wind
der fast lautlos durch meine Haare weht
er lässt mich frei fühlen

Die Welt schläft noch
und ich möchte die Zeit genießen 
bevor sie aufwacht

Das wunderschöne Farbenspiel
das sich vor mir abspielt
gibt mir Hoffnung für den Tag

Ich gehe auf die Farben zu
und bleibe stehen
bevor die Welt aufwacht und sie verschwinden
Text über meine Liebe zu Sonnenaufgängen, entstanden Mai 2020

Ein Fluß in deinen Augen

Ein Fluß in deinen Augen

Das Wasser fließt

Du fragst

Soll ich einen Damm bauen oder nicht

Soll ich es aufstauen

Den Wasserfluß stoppen für einen kurzen Moment

Doch was wenn es zu viel wird

Das Wasser ist bald gefährlich hoch

Das Wasser schwappt bald über

Wie lange kann dein Staudamm es halten

Bevor du und es zusammenbricht

Jetzt entscheidest du dich

Und dass richtig

Schäm dich nicht für deine Tränen

Emotion zu zeigen ist sehr wichtig

Denn sonst verletzt du deine Natur, dich!

Sag es, sprich es, ein Fluß aus Worten

Dann ruht der Fluß in deinen Augen

Ist still und getrocknet

Und dir geht es besser

Nach dem Sieg der richtigen Flüsse

Stärke

Nicht so wie in Brot
Nicht das, was in der Kartoffel beim Experiment blau wird
Nicht das mit dem ich mich hochdrücke
Nicht das was meine Füße in den Boden stemmt
Nicht das, wofür man ins Fitnessstudio geht
Es ist das, was dir plötzlich dein Gefühl sagt
Das, was Untrainierte rennen lässt
Das, was dich aufrecht gehen lässt
Das, wegen dem du aufstehst, jeden Morgen
Denn was bringen dir all die Muskeln und die Worte, wenn du keine Stärke hast?
Und vielleicht ist es ja doch wie im Brot, denn wenn das Leben wie ein Ofen ist, die absolute Hölle, 
Auf einmal geht man auf